Adapative Resistenzen: Riskanter Biozideinsatz in der Pflanzengewebekultur

30.03.2018 16:33

Der übermäßige und dauerhafte Einsatz von Biozidmischungen in der Pflanzengewebekultur kann eine potenzielle Quelle resistenter Stämme sein. Insbesondere Stämme, die bereits eine geringe Resistenz aufweisen, können höhere Toleranzen entwickeln, wenn sie in subletalen Konzentrationen biozider Mixturen kultiviert werden.

Eine auch im Hobbybereich sehr weit verbreitete und patentierte Formulierung enthält neben einigen anderen Komponenten die Biozide CMIT (Methylchloroisothiazolinon) und MIT (Methylisothiazolinon). Trotz der Behauptung des Herstellers, dass eine Resistenzbildung für diese Mixtur unwahrscheinlich ist, existieren Publikationen zu Resistenzbildungen auch bei dieser Wirkstoffklasse. Eine stabile adaptive Resistenz gegen M-CMIT, MIT, BIT und BC wurde bei Burkholderia lata Stamm 383 über eine progressive Subkultur auf Agar mit steigenden Konzentrationen der Biozide gefördert, was zu Kreuzresistenzen, veränderter antibiotischer Empfindlichkeit, Motilität und Biofilmbildung führte (Rushton et al. 2013).

Unsere Empfehlung

  •     Biozidmischungen nur für Waschschritte verwenden
  •     keine Biozidmischungen in die Medien geben, um das Medium "sauber" zu halten.
  •     die Anpassungsfähigkeit von Mikroorganismen niemals unterschätzen.

Referenzen

Rushton, Laura, et al. "Key role for efflux in the preservative susceptibility and adaptive resistance of Burkholderia cepacia complex bacteria." Antimicrobial agents and chemotherapy 57.7 (2013): 2972-2980.


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